Längeres Post nach langer Nacht

Eine ziemlich lange Nacht liegt hinter mir.
Ich habe, weil ich mich mal wieder mit meiner Psychologin getroffen habe, alte eMails aus Ordens-Zeiten durchgeguckt, weil ich dieses Thema noch mal gern mit ihr besprechen wollte. Es gibt da leider hier und da immer noch so ein paar von dort stammende Glaubenssätze, die sich als recht hartnäckig erweisen.
Ich war recht aufgekratzt, ging dann erst um 4h ins Bett und konnte selbst dann nicht richtig schlafen, sondern hab mich eher dösender Weise im Bett herumgewälzt. *Augen roll*

Diese Mails, Chatprotokolle und zum Teil Lektionen, zu überfliegen (um konkrete Ansatzpunkte zu haben) hat mir, wie ich grade merke, noch mal so einen richtigen Schub in Richtung „Ganzwerden“ gegeben. Ich fühl mich, als hätte ich endlich Teile von mir, Teile meiner Energie und Kraft gefunden, die damals regelrecht zerschmettert wurden.
Wo ich merkte, dass mir „etwas“ fehlt, aber ich nicht genau festmachen konnte, was denn genau dieses „etwas“ war/ist.
Ich könnte es jetzt auch nicht benennen. Ihm keinen Namen, keine Bezeichnung geben… Es ist einfach ein Gefühl, dass mit dem „Mich-Stellen“ (d.h. die Mails, die ich jetzt lange Jahre nicht mehr gelesen habe) und „noch mal Angucken“ Kraft und Energie zurück kommt, die … hmmm… ja… irgendwie noch immer „gebunden“ (?) war.
Es ist sehr spannend für mich, das so zu erleben. Haben diese Mails doch vor einigen Jahren noch bei mir ziemlich heftige Symptome ausgelöst.
Das sie es nicht mehr tun, und ich sie heute mit diesem gewissen Abstand und durch die Entwicklungs- und Verarbeitungsschritte der letzten Jahre relativ neutral lesen kann… Ja, darauf bin ich doch ziemlich stolz :D.
Es zeigt mir, dass ich doch einen sehr großen Stück Weges gegangen bin.:D

Aber auch wenn keine (körperlichen) Symptome mehr auftauchen…
Empfinde ich es doch als recht spannend, das zumindest bei einigen Dingen doch noch eine gewisse Wut und Unverständnis herrscht.
Momentan hardere ich ein wenig damit, sie wirklich zuzulassen.
Ein Teil von mir sagt mir, dass mir das gut tun würde.-Ein anderer protestiert da doch recht heftig mit den typischen Ordensplattitüden:“Wenn du darüber redest, dich damit beschäftigst, ist das nur ein Zeichen dafür, dass du einfach nur nicht loslassen willst. Du willst nur rumjammern und Aufmerksamkeit. Wenn du wirklich loslassen wollen würdest, dann würdest Du nicht darüber reden.“
Eh… jaaaa….

*seufz*
Die Sache, wenn man mehrere Seiten hat, ist ja immer die, dass jeder von seinem/ihrem jeweiligen Standpunkt aus nur eine Situation (oder was auch immer) sehen, bewerten und beurteilen kann. So sehe ich (wie z.T. auch schon damals), dass die wirkliche „Wahrheit“ wohl einfach in der Mitte liegt.
Es ist viel miss-und fehlinterpretiert, zuviel über- und zu wenig miteinander geredet worden. Etliche Dinge liefen auch über dritte oder vierte Personen (die „Wache“ und eine ihr angehörende sehr ominöse Persönlichkeit). Zumindest immer dann, wenn es dem Herrn Meisterdruiden, aus welchen Gründen auch immer, zu unbequem oder anstrengend war, sich mit mir auseinander zu setzen.
Ein anderer Punkt war, dass er sowie die anderen „Lehrer“ nicht in der Lage waren (ob sie dazu heute noch unfähig sind, kann ich (glücklicher Weise) nicht beurteilen), sich auf die Individualität einer/s jeden Schülerin/s einzustellen, sich auf seinen/ihren Entwicklungsstand zu begeben, ihn/sie dort abzuholen wo sie grade waren, um ihm/ihr dann entsprechend individuell Hilfestellungen für SEINE/IHRE Entwicklungen zu geben und sie zu BEGLEITEN statt sie (ordenskonform) formen zu wollen.
Gut, zumindest lief es bei mir so.-Und bei einigen Leuten mit denen ich Kontakt hatte ebenfalls.

Wie ich mal in einem anderen Post andeutete, hatte ich wegen verschiedener Traumen eine PTBS, die mit einigen Borderline-ähnlichen Symptomen verbunden war. Zu dem Zeitpunkt war mir das allerdings nicht bewusst.-Ich hatte nur entsprechende Symptome, die ich nicht verstand und nicht „zu deuten“ wusste:
Black-outs, Dissoziationen, sehr selten SVV.
Von heute betrachtet, von meinem jetztigen Standpunkt aus, ist alles so deutlich und klar. Damals… Hatte ich keine passenden Worte und keine Werkzeuge, um verarbeiten und lösen zu können.
Meine damalige Therapie in Bad Pyrmont war ja zudem noch eine völlig andere und auf der Annahme der Therapeutin basierend, dass ich „nur“ Depressionen hätte… Die Behandlung lief daher… Hm… nun wie soll ich sagen… Zwar nicht direkt ins „Leere“, aber sie packte die „Wurzeln“ nicht an und half mir auch nur teilweise dabei sie aufzudecken und aufzulösen.
Die Chance erhielt ich damals erst nach meinem zweiten Zusammenbruch hier in Franken…

Ich kann (heute) verstehen, dass  T. und die anderen nicht nachvollziehen konnten, was da bei mir ablief. Weder das Thema Dissoziationen, noch die Black-outs. Ich wusste ja selbst nicht, was da mit mir passiert. Und hatte daher auch keinerlei Möglichkeiten, das in irgendeiner Weise zu kommunzieren oder verständlich zu machen. Es war für sie (vermutlich) unmöglich, auch nur im Ansatz meine Problematiken zu sehen, nachzuvollziehen und mir dafür die richtige Begleitung geben zu können.
Und ich bin heute der Ansicht, dass sie von dieser gesamte Situation schlicht und ergreifend überfordert waren und sie ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten (logischer Weise) einfach überstiegen hat. Sie sind keine Psychologen oder -therapeuten, auch wenn sie der Meinung waren, sie würden es z.T. besser wissen als meine damalige Therapeutin…
Es sei nicht möglich, ein anderes Verhalten zu lernen, man müsse halt „einfach nur tun“. Oder ich müsste halt einfach nur die (bildlich gesprochen) „Werkzeuge“ von anderen nehmen, dann würde es schon alles von allein funktionieren, WENN ich nur WOLLEN würde.

Über diesen Vorwurf, ich hätte nicht gewollt, könnte ich immernoch brechen, genauso wie über die plumpen und dumm-dreisten Versuche, einen Keil zwischen meinen Stern und mir zu treiben und die Verbreitung von diversen Verleumdungen.
Ja, da steckt noch immer eine gute Portion Wut hinter… Momentan tendiere ich auch eher dazu, sie „runter zu schlucken“ und mir zu sagen, dass sie es nicht wert sind.
Hmm… Aber bin ich mir nichts Wert, dass ich mir meine eigenen Gefühle nicht gestatten möchte?
Wert schätzen…. Ein Thema, das wohl in diesen Jahr eine ziemlich große Rolle spielen wird. Aber das will ich eingentlich in einem anderen Thema besprechen.
Allerdings ist es interessant, dass es selbst bei diesem „Ordensthema“ einen Zusammenhang zu geben scheint.
Nun ja. Wie dem auch sei…

Wer weiss, vielleicht wäre alles etwas anders gelaufen oder hätte andere Möglichkeiten gegben, wenn ich die passende Therapie zu dem Zeitpunkt bekommen hätte, und nicht ein Jahr später?
Doch darüber zu spekulieren ist müßig und macht nicht wirklich Sinn. 😉

Ich glaube, was mir die Energie und die Kraft zurück bringt ist die Erkenntnis, dass ich mit meiner Einschätzung von mir selbst, dem was mir hilft und was ich brauche, um zu heilen und mich in die (für mich!) „richtige Richtung“ zu entwickeln zu 100% richtig lag.
Das gibt auch meinem Selbstbewusstsein noch mal einen Stups nach oben, weil mir aus irgendeinem Grund doch immer noch mal der kleine „Zweifelzapf“ im Genick saß der mir zuflüsterte, dass andere, respektive T. und der Orden, besser als ich wissen, was „gut“ für mich ist, was ich brauche, und wie mit mir „wirklich“ umzugehen ist…
Und letztlich spielt natürlich auch Festigung der Gewissheit in mir eine Rolle, das alles genau SO gut war, wie es war: Meine Entscheidungen, das hören auf meine innere Stimme… Dem Folgen meiner Visionen.
Auch wenns sehr schmerzhaft war. – Es war und ist gut so wie es ist.
Es hat mich auf meinem Pfad einfach ein sehr großes Stück weiter gebracht.

Und nun ist endlich wirklich Platz für Neues :).
Willkommen und
Danke Silberne
Danke Kristall´ner
Danke Gold´ner

\|/

In Frieden und im  Licht der drei Strahlen
BB
Siat

6 Antworten

  1. Alexis Sólveig Freysdóttir

    wundervoll 🙂 🙂 🙂 ich bewundere deine Entwicklung 🙂

    7. Januar 2014 um 21:53

  2. Narkaios Alepou

    Ich finde es selbst manchmal erschreckend wenn bestimmte Themen plötzlich im eigenen Leben auftauchen, von denen man fest überzeugt war sie bereits „abgearbeitet zu haben“, nur um einen zu beweisen wie gut man doch im „Weg schauen“ ist. Wie leicht man sich einreden kann, dass nun alles „gut“ ist… dass man „weiter ist“… Unbewusste Trigger, die nicht die Symptome selbst sondern viel mehr die alten Ansichten und Verhaltensweisen reanimieren die letztendlich *zu* den gefürchteten Symptome führen…

    Ich freu mich aber für jeden Schritt den du in die richtige Richtung gehst. Vllt. trifft man sich mal wieder auf einen Tee 🙂 *knuddl*

    8. Januar 2014 um 15:31

    • Erschreckend war und ist es eher nicht, weil das Thema von Anfang (oder Ende *G*) an „nicht gut“ war und es nur eine Frage der Zeit war, das ich mich damit auseinandersetzen muss.
      Es ist dies bezüglich glücklicher Weise nie in der Art zum wegschauen und verdrängen gekommen, wie bei anderen Themen.
      Aber manche Ansichten bzw. Glaubenssätze halten sich ja leider noch recht hartnäckig X-D.

      Ist halt an der Zeit für Schattenarbeit Teil 2 😉
      Juhu 😀

      8. Januar 2014 um 16:12

  3. Pingback: Das Tabu des Schweigens brechen | Schattentanz

  4. Pingback: Das Tabu des Schweigens brechen | Dance of the dragon

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s